Orchestersuite für wütende Vögel

Superklempner Mario hüpft und tanzt zu Streicher-Pizzicati durch bonbonbunte Spielewelten. Ein Cello malt die „Bio­shock“-Unterwasserstadt Rapture in dunkel-verstörenden Farben aus. Durch das Gangland aus „Grand Theft Auto IV“ dröhnen Unheil verheißende Posaunen. Auf dem Schlachtfeld von „Battlefield 2“ blasen Trompeten zum Angriff.

„Wenn Beethoven und Tschaikowski heute am Leben wären, würden sie Musik für ­Videospiele komponieren.“ Das war kürzlich in der „New York Times“ zu lesen. Auch wenn man dieser Hypothese widersprechen kann, offenbaren solche ­Behauptungen doch, dass Videospiele inzwischen als originärer Bestandteil des (Pop-)Kulturbetriebs akzeptiert sind . Weil sie immer öfter die Vorlage für Kinofilme liefern; weil ihre Soundtracks neuerdings Teil des üblichen Orchester­repertories sind; weil es hier um einen riesigen Markt und eine umworbene Zielgruppe geht. Die 20 Spiele, deren Melodien auf „The Greatest Video Game Music“ verarbeitet werden, haben sich weltweit mehr als eine Milliarde Mal verkauft.

Schon im Jahr 2004 würdigte das Los Angeles Philharmonic Orchestra den japanischen Komponisten Nobuo Uematsu, der vor allem durch seine Musik für die Rollenspielserie „Final Fantasy“ bekannt geworden ist, mit einem Querschnittprogramm. Das Konzert war ebenso ausverkauft wie der Auftritt des Filmharmonic Orchestra Prague, das im selben Jahr die Spielemesse Gamescom im Leipziger Gewandhaus mit Uematsu-Bearbeitungen eröffnete.

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© Schwarzwälder Bote
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