Fotograf des arabischen Frühlings

Ausstellung in Stuttgart

Das Klischee des Fotografen in Krisengebieten ist das eines einsamen Wolfs. Eines Draufgängers, der Sätze von sich gibt wie Robert Capas berühmtes Zitat: „Wenn deine Bilder nicht gut sind, warst du nicht nahe genug dran.“

Doch Hamideddine Bouali ist anders. Der fünfzigjährige Tunesier ist elegant gekleidet, höflich, bescheiden. Seine Bilder sind auf der ganzen Welt gezeigt worden, doch er selbst – berühmt? Darüber habe er noch nie nachgedacht. Für Bouali zählt nie der Fotograf als Person, sondern seine Fotografien.

Hat er selbst Vorbilder? „Robert Doisneau und James Nachtwey haben Bilder gemacht, von denen sich jeder Fotograf wünscht, es wären seine eigenen“, sagt Bouali. „Diese Bilder bewundere ich, nicht die Persönlichkeiten.“ Auch die Frage, ob er sich selbst eher als Künstler oder als Journalist sehe, kann er nicht beantworten. „Diese Grenzen verschwimmen seit gut zwanzig Jahren“, ist er überzeugt. „Pressefotos werden heute genauso auf Ausstellungen gezeigt wie Modefotografien.“Bouali stilisiert sich nicht zum Helden. „Ich bin unpolitisch“, sagt er. „Anders hätte ich niemals den ersten Fotoclub von Tunis gründen können.“ Auch heute ginge es ihm nie um Politik, sondern um die Menschen. Er arbeitet als Kurator im Rathaus von Tunis und als Dozent an der dortigen Hochschule für Fotografie und Kunst. Seine Leidenschaft war schon immer die Streetfotografie. Er liebt es, mit seiner Kamera das Leben der einfachen Tunesier festzuhalten, wie sie leben, lachen, trauern.

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© Stuttgarter Zeitung
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