Stuttgart 21 soll die Stadt ganz neu erschaffen

Mit der überfälligen Verlegung der Gleise in den Untergrund kann sich Stuttgart neu erfinden – dazu muss es aber mehr Mut zur Architektur entwickeln.

Nur Liebende würden behaupten, Stuttgart sei schön. Denn Liebe macht bekanntlich blind. Zuerst fürstengerecht, dann eisenbahngerecht, schließlich autogerecht, nie aber bürgergerecht gebaut, zwischendurch zerbombt und mit wenig Geld und weniger Geschmack wieder aufgebaut, ist Stuttgart – Mittelpunkt eines Ballungsraums von 179 Städten und Gemeinden mit 2,7 Millionen Einwohnern – ästhetisch eher eine Zumutung als eine Stadt. Auch deshalb richten sich seit Jahrzehnten die Hoffnungen der Stadtplaner auf Stuttgart 21, das nie ein reines Verkehrsprojekt war, sondern zuallererst ein städtebauliches.

Neue Stadtbibliothek Stuttgart
Foto: dpa/DPA Absolute Architektur in reinster Gestalt: Herz des neuen Stuttgarter Europaviertels ist die Stadtbibliothek des Kölner Architekten Eun Young Yi

Dort, wo seit hundert Jahren ein brutal in die Landschaft hineingestanztes, riesiges Gleisareal den Talkessel und die Stadt zerschneidet, sollen neue Stadtquartiere entstehen, sollen durch die Bahn getrennten Stadtteile miteinander und mit dem Grün des Schlossparks und des Rosensteinparks verbunden werden. Statt Zersiedlung der Umgebung Verdichtung der Stadt: Selten bekommt eine Metropole die Chance, sich dergestalt neu zu erfinden.

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