Verwirrung um die Zukunft von “Made in Germany“

Produktion von Waschmaschinen in GüterslohProduktion von Waschmaschinen in Gütersloh

Die deutsche Wirtschaft hat vor angeblichen EU-Plänen gewarnt, die ihrer Meinung nach das Ende der Qualitätsbezeichnung “Made in Germany“ bedeuten könnten. Die Kommission wolle das Warenursprungsrecht so ändern, dass Produkte nur mit dem Label ausgezeichnet werden dürften, wenn mindestens 45 Prozent des Wertanteils aus Deutschland stammten.

Dadurch gerate das Label in Gefahr, kritisierte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, in der “Welt“. Wenn künftig Herkunft und Wert der Vormaterialien entscheidend seien, würden viele Produkte nicht mehr als deutsch gelten. Dies wäre ein immenser Schaden für die deutsche Wirtschaft und für die Verbraucher, sagte er: “Ich warne ausdrücklich vor einem solchen Schritt.“

Auch die Bundesregierung lehnt Änderungen am Gütesiegel ab: Man stütze “auf jeden Fall den Vorstoß der deutschen Wirtschaft“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Klagen der Wirtschaft seien berechtigt. Das Wirtschaftsministerium erklärte, dass sich Minister Philipp Rösler bereits in einem Brief an die EU-Kommission gegen deren Überlegungen gewandt habe. Darin habe er vor “einem erheblichen Mehraufwand an Kosten und bürokratischen Belastungen für die deutschen Unternehmen“ gewarnt. Auch SPD und CSU äußerten Kritik.

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© SWR

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