Geliebtes Symbol aus dunkler Zeit

Sie gehört zur Schule wie sie selbst. Die Jugendlichen, die auf Stühlen in der Musikhalle zusammensitzen, machen klar, was mit der Skulptur aus der Hand des Bildhauers Jakob Wilhelm Fehrle auf keinen Fall geschehen darf: Sie darf nicht verschwinden. Dass dies nie zur Debatte stand, ändert nichts an den Ängsten, die eine Diskussion im vergangenen Jahr bei den Schülern der Plieninger Schule ausgelöst hat.

Die Linken-Stadträtin Ulrike Küstler war bei einer Veranstaltung in der Körschtalschule im Juni 2011 unangenehm berührt, als sie die Adlerplastik über dem Eingang der Turnhalle entdeckt hat. Recherchen des BLICK VOM FERNSEHTURM erhärteten den Eindruck der Lokalpolitikerin. Das Symbol des Deutschen Reichs muss aus dem Jahr 1936 stammen, sagte eine Mitarbeiterin des Stadtarchivs. Denn in diesem Jahr wurde das Gebäude errichtet, das heute der Körschtalschule als Turnhalle dient. Der Künstler Jakob Wilhelm Fehrle schuf damals auch im Gebäude eine Brunnenplastik.

Selbst vom NS-Terror bedroht

Fehrle nahm solche Aufträge des NS-Staats an, obwohl er dem Regime ablehnend gegenüberstand. Ein Familienangehöriger nennt die psychische Erkrankung seiner Frau als Grund. Er benötigte Geld für ihre Pflege, weil er sie aus Angst vor dem NS-Massenmord an Kranken und Behinderten nicht in ein Heim geben wollte.

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© Stuttgarter Nachrichten
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