Rekorde bei der Eisweinlese

Mit dem anhaltenden Frost startet die bisher späteste Eisweinlese, die es auf dem städtischen Weingut jemals gegeben hat. Doch nicht nur dieser Rekord wurde am 2. Februar aufgestellt: Der Zuckergehalt der Trauben ist mit 190 Oechsle so hoch wie nie zuvor in den Weingärten über dem Pragsattel.

Pünktlich um acht treffen die 26 ehrenamtlichen Helfer im Weinberg ein und bilden kleine Teams. Maschinen sucht man auf der Bergheide über dem Pragsattel vergeblich, die Eisweinlese ist noch immer reine Handarbeit. „Wir haben die Beeren noch nie bis in den Februar hinein an den Rebstöcken hängen lassen“, berichtet Bernhard Nanz, der Leiter des städtischen Weinguts. Mit Rebscheren und Eimern in der Hand beginnen sie im Morgengrauen mit der Ernte der Beeren. „Normalerweise erntet man Eisweinbeeren in der Nacht oder sehr früh am Morgen“ erklärt Nanz. Bei der letzten Lese im Jahr 2004 musste der Weinberg mit großen Strahlern beleuchtet werden.

„Nicht eine faule Traube an den Rebstöcken“

Minus zwölf Grad zeigt das Thermometer, während sich die ersten Eimer füllen: optimale Temperaturen für die besondere Weinlese. Denn die Trauben, die den Eiswein so besonders machen, müssen gefroren geerntet und gepresst werden. Ab einer anhaltenden Temperatur von unter minus sieben Grad kristallisieren drei Viertel des Wassers in den Früchten, wodurch die Beeren stark zusammenschrumpfen. Zurück bleiben Fruchtsäuren und Zuckerkonzentrat, die nur zehn Prozent der Erntemenge ausmachen und dem Eiswein später seinen süß-fruchtigen Geschmack geben. Der Zuckergehalt wird in Oechsle gemessen. Erst ab 130 Grad Oechsle verdient ein Wein das Prädikat Eiswein. Da die Messgeräte der Weingärtner nur Werte bis 130 Grad anzeigen, bestimmt ein Labor am Nachmittag den tatsächlichen Wert der Eisweinlese auf 190 Grad Oechsle. „Wir haben einen neuen Rekordwert erreicht: Unser höchster Wert lag bisher bei 150 Grad Oechsle“, sagt Nanz.

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© Stuttgarter Nachrichten
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