Wie die Neonazis unbeachtet durchs Leben gingen

Die Polenzstraße in Zwickau. „Dienelt“ stand am Klingelschild von Haus Nummer zwei. Der Tarnname von Beate Zschäpe, die hier sieben Jahre lang zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohnte und Mordpläne schmiedete. Die Polenzstraße in Zwickau. „Dienelt“ stand am Klingelschild von Haus Nummer zwei. Der Tarnname von Beate Zschäpe, die hier sieben Jahre lang zusammen mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt wohnte und Mordpläne schmiedete.
Foto: dpa

Jahrelang lebte die Rechtsterroristin Beate Zschäpe mit ihren Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Zwickau. Sie war stets freundlich, sie war beliebt. Und niemand schöpfte Verdacht. Eine Spurensuche.

 

Es ist keine große Wohnung. Gerade mal 77,33 Quadratmeter Wohnfläche weist der Mietvertrag aus, unterteilt in vier Zimmer, eine Küche, ein Bad mit Dusche und einen langen Flur. Fast sieben Jahre lang haben hier, im Erdgeschoss der Zwickauer Polenzstraße 2, Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewohnt. Vom 1. Mai 2001 bis zum April 2008.

Sieben Jahre, in denen sie neun Menschen erschossen, zwei Bombenanschläge verübt und mehrere Banken überfallen haben sollen. Sieben Jahre, in denen sie mit den Nachbarn Wein tranken und hinterm Haus grillten, in denen sie der afghanischen Familie aus dem dritten Stock das Fahrrad in die Wohnung trugen, stets ein Lächeln und ein freundliches Wort für andere hatten. Sieben Jahre lang das eine und das andere. Nebeneinander, auf 77,33 Quadratmeter Deutschland.

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© 2010 Frankfurter Rundschau


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