Gut Ding will Weile haben

Wie schöpft man Mythen? Allzu vorzeitiges Ableben macht sich bei Musikern in diesem Falle immer gut; Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Brian Jones, Bon Scott oder zuletzt Amy Winehouse könnten ein Lied davon singen, wenn sie es halt noch könnten. „Live fast, die young“: ihr posthumer Ruhm und ihre mythische Verklärung gründen sich häufig auch darauf, dass sie blutjung und oft auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft gestorben sind.

Leonard Cohen legte den Grundstein für seine Weltkarriere, als er im Frühjahr 1956 seinen ersten Gedichtband veröffentlichte. Foto: Sony Music Leonard Cohen legte den Grundstein für seine Weltkarriere, als er im Frühjahr 1956 seinen ersten Gedichtband veröffentlichte. Foto: Sony Music

Und wie nährt man Mythen? Zum Beispiel mit dem Gegenentwurf zum schnellen Leben im Besonderen und zur Schnelllebigkeit im Allgemeinen. Wie es etwa Leonard Cohen demonstriert, der den Grundstein für seine Weltkarriere legte, als er im Frühjahr 1956 seinen ersten Gedichtband veröffentlichte, betitelt „Let us compare Mythologies‘‘ . Der Kanadier wird im September 78 Jahre alt, und er ist im Gegensatz zu den oben genannten Musikern ein lebender Mythos. Er hat sein halbes Leben erst einmal der Lyrik gewidmet, ehe er sich der Musik zuwandte, ohnehin ist aus dem Dichter Cohen nur der Musiker Cohen geworden, weil er sich damit eigentlich seine karge Existenz als Poet finanzieren wollte.

mehr lesen

© Stuttgarter Zeitung
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: