Ein Häuschen wacht über die Stadt

Seit mehr als 300 Jahren steht das Kanonenhäusle auf der Gänsheide. Foto: Steffen Honzera 
Seit mehr als 300 Jahren steht das Kanonenhäusle auf der Gänsheide. Foto: Steffen Honzera

S-Ost – Nur über die Hillerstaffel ist das kleine Kanonenhäuschen zu erreichen. Eine richtige eigene Adresse hat es nicht. Eingewachsen zwischen Bäumen und Sträuchern ist es von weitem auch kaum zu entdecken. Nur der Schornstein ragt heraus.

Das Gebäude befindet sich auf der Gänsheide, Stuttgarts Nobelviertel. In diese elegante Umgebung will das kleine Kanonenhäuschen nicht so recht passen. Es erinnert an ein Hexenhäuschen und ist viel kleiner als die Nachbargebäude. Doch seine Geschichte ist weitaus spannender als die vieler Villen. Es gilt als das älteste Haus in dem Stadtteil. Und das Backsteingebäude hatte einst eine wichtige Funktion: Es diente als Unterkunft für die Brandwächter.

Heute heißt der Kanonenweg Haußmannstraße

Früher war sogar ein Weg auf der Gänsheide, der Kanonenweg, nach dem Haus benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Name allerdings wieder verloren, die Straße hieß von diesem Zeitpunkt an Haußmannstraße. Ein Brand in Esslingen um 1702 war der Anlass für den Bau des Kanonenhäusles gewesen. 200 Häuser fielen dem Feuer zum Opfer, was für die Stadt Grund genug war, das Feuerschutzwesen zu verbessern. Im selben Jahr ließ die Stadt deshalb auf der Gänsheide eine Hochwacht erbauen, in der zwei „Lärmkanonen“ untergebracht waren“, die im Brandfall von der Wachperson abgefeuert werden sollten, um „die Nachbarschaft von der obhabenden Gefahr“ zu benachrichtigen. So ist es in der Feuerordnung von 1703 festgelegt. Wegen der Lärmkanonen bekam die Hochwacht den Namen „Kanonenhäuschen“. Viele nannten es auch Lermenhäusle, später auch Stuckhäusle. Heute steht es noch immer am oberen Ende der Hillerstaffel.

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© Stuttgarter Zeitung
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