Wenn Hühner in die Waschmaschine wandern

 Seltsam gekleidete Gestalten beugen sich über einen Holztisch, der vor einem bunten, aber verfallenen Lattenzaun steht; wir befinden uns offenbar in irgendeinem Hinterhof, vielleicht in Osteuropa Ende des 19. Jahrhunderts, wo Emigranten sich die Wartezeit auf den Dampfer nach Amerika mit Kartentricks und Wein vertreiben. Plötzlich aber bricht Hektik aus – da ist ja ein Publikum! – und alle suchen das Weite; nur Camilla Pessi und Simone Fassari gelingt es nicht, sich rechtzeitig von der Bühne zu verdrücken. Was tun? Verschämt schieben die beiden sich abwechselnd in den Vordergrund, ehe ein bisschen mit einem Apfel jongliert wird. Spektakulär ist das nicht. Aber dafür sehr witzig.

Der Auftakt von „Clowns“ bezeichnet die Richtung, in die die neue Produktion des Friedrichsbau Varietés geht. Artistische und musikalische Einlagen stehen dieses Mal eher im Hintergrund, dafür bietet das Ensemble viele schräge Nummern. Dialoge gibt es keine, die Künstler arbeiten allesamt mit ihrer Mimik und Gestik. Langweilig wird es aber trotzdem nie. Das liegt vor allem daran, dass der Regisseur Ralph Sun einige herausragende Künstler um sich geschart hat. Etwa die KGB Clowns: die haben nicht nur den coolsten Namen, sondern auch den bissigsten Humor.

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© Stuttgarter Zeitung

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