Das Heuss-Haus feiert nun ohne Wulff

Zur Eröffnung kam Johannes Rau Foto: dpa Zur Eröffnung kam Johannes Rau Foto: dpa

Selbstverständlich ahnte John F. Kennedy nicht, dass sich seine Genesungswünsche aus geschichtlicher Sicht wie ein Gruß aus dem Grab lesen würden. Im Sommer 1963 schickte der amerikanische Präsident ein Telegramm, in dem er Theodor Heuss gute Besserung wünschte. Der Alt-Bundespräsident hatte sich ein Raucherbein amputieren lassen müssen. Der betagte Heuss starb an den Folgen der Operation, allerdings erst einen Monat, nachdem Kennedy erschossen wurde.

Das Telegramm ist im Theodor-Heuss-Haus auf dem Killesberg ausgestellt. Der Mann, der die Geschichte dazu erzählt, heißt Thomas Hertfelder. Seit der Gründung der Gedenkstätte in Heuss’ Alterswohnsitz am Feuerbacher Weg ist er Geschäftsführer der Stiftung, die das Haus betreibt. Das sind inzwischen zehn Jahre, und der runde Jahrestag wird mit einem Jubiläumsprogramm gewürdigt, denn das Heuss-Haus soll nicht nur an Leben und Wirken des ersten Bundespräsidenten der Republik erinnern, es ist gleichzeitig Veranstaltungs-, Forschungs- und Bildungszentrum. Sonst „wäre das hier auf Dauer zu langweilig“, sagt Hertfelder.

Ansichtssache. Allein die architektonische Schlichtheit des Heussschen Eigenheims ist aus heutiger Sicht einen Gang durchs Haus wert. Schon die recht bescheidene Zimmergröße im Alterswohnsitz lässt ahnen, dass der Alt-Bundespräsident schwäbisch-bürgerlich lebte. Abgesehen vielleicht von den Ölgemälden, für die Heuss einen feinen Sinn hatte, gibt es kein Möbel in dem unveränderten Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer, das damals nicht in jedem anderen Haushalt hätte stehen können. Weitläufig ist nur das Untergeschoss. Um dort die 300 Quadratmeter große Ausstellungsfläche zu schaffen, musste das Fundament um anderthalb Meter gesenkt und verstärkt werden.

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© Stuttgarter Nachrichten
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