Ein Ort des Schauderns

Erst vor guter Jahresfrist hat Kerstin Rech mit der Kurzgeschichte „Der Normalo“ in Mannheim den angesehenen Heinrich-Vetter-Literaturpreis bekommen. Aber viele ihrer Fans und einige Krimi-Kritiker halten ihr jüngstes Buch für ihr Meisterstück, den Thriller „Kastanienhof“. Es ist der sechste Roman der Autorin aus dem Asemwald und eigentlich längst kein Krimi mehr.

Ganz geheimnisvoll mit kindlichen Zahlenspielen und Quersummen und Rätselraten hebt der Roman an, im Jahr 1969. Die siebenjährige Annegret trägt ein Goldkettchen mit einem Kreuz aus dunkelroten Granatsteinen um den Hals, das erste einer ganzen Reihe von Leitmotiven übrigens. Und sie spielt in dieser kalten Mondnacht mit Streichhölzern, einer Kerze, dem wärmenden Feuer, ausgerechnet auf dem Dachboden – bis ein Schatten auftaucht.

Sechs Jahre später kommt fahrendes Schaustellervolk mit der achtjährigen Astrid zur Kirmes in jenes Dorf, das fast so etwas wie eine Hauptperson wird: Lintweiler, das seinen Namen nach dem alles verschlingenden Lindwurm tragen soll und abseits hinter dem Wald im ländlich verwunschenen Teil des Saarlandes liegt. Dort werden im Laufe der Jahrzehnte vier Mädchen vermisst, die alle im selben Alter sind, auch Susanne oder die Tochter der bosnischen Bürgerkriegsvertriebenen, die sich 1991 in der Blies ertränkt und scheinbar winkend im Ufergestrüpp gefunden wird.

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© Stuttgarter Nachrichten
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