„Ich bin nicht hier, um ihre Fragen zu beantworten“

Die Kanzlerin beim Zukunftsdialog in Erfurt (29.02.2012). Foto: dpa

Die Kanzlerin ist für anderthalb Stunden nach Erfurt gekommen, um Ideen fürs Regieren zu sammeln, wie sie sagt. Ein Dialog wird es an diesem Abend aber nur selten. Stattdessen stellen die 100 Besucher Fragen, auf die Merkel am liebsten keine Antwort gegeben hätte.

Die Mädchen sitzen in der zweiten Reihe, sie tragen Kopftuch. Angela Merkel spricht sie direkt an. Sie sollen doch eine Frage stellen. „Nicht dass Sie nachher sagen, Sie seien nicht dran gekommen“, sagt die Kanzlerin. Und sie findet, es sei doch wirklich eine einmalige Gelegenheit für die drei: „So ne Chance kriegen Sie nie wieder.“ So eine Chance. Der Kanzlerin eine Frage stellen. Auch die Kanzlerin will diese Chance. Die Mädchen bleiben erst einmal stumm.

Statt dessen fordert ein älterer Herr einen Ombudsmann für Kinder. Die Kanzlerin ist nach Erfurt gekommen an diesem Abend, für anderthalb Stunden. Sie sagt, sie wolle Ideen sammeln fürs Regieren. Auch im Internet werden Ideen gesammelt. Die Opposition nennt das Wahlkampf mit Regierungsgeldern, die Regierung nennt es Bürgerdialog.

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 © 2010 Frankfurter Rundschau


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