G 9 wird zum Problem für die Regierung

Der Stichtag 1. März ist vorbei. Bis zu diesem Tag konnten Gymnasien im Land einen Antrag auf Wiedereinführung eines neunjährigen Zuges stellen – kurz G 9 genannt. Im Koalitionsvertrag hatte die grün-rote Landesregierung einen Parallelbetrieb von acht- und neunjährigen Zügen zugesagt, verbunden mit dem Hinweis, dass die von Schwarz-Gelb beschlossenen achtjährigen Züge der Normalfall bleiben sollten. Später präzisierte das Kultusministerium: Höchs­tens 44 der 377 Gymnasien im Land sollten sich an einem auf eine Dauer von 15 Jahren angesetzten Schulversuch beteiligen können – 22 im kommenden Schuljahr und weitere 22 im Schuljahr 2013/14. Die Zahl 44 entspricht den 35 Land- und neun Stadtkreisen im Land. Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) hatte gleichzeitig suggeriert, dass pro Land- oder Stadtkreis ein Gymnasium für einen Parallelbetrieb G 8/G 9 infrage komme.

Nun, nach Ablauf des fünfmonatigen ers­ten Bewerbungsverfahrens zeigt sich, dass offenbar deutlich mehr Gymnasien die partielle Rückkehr zu G 9 wollen. Norbert Brugger, Schuldezernent des baden-württembergischen Städtetags, erklärte am Freitag, ihm lägen gesicherte Informationen vor, dass sich mehr als 50 Gymnasien beworben hätten. Bliebe es bei der Zahl von 22 sogenannten Schulversuchen im kommenden Schuljahr, hieße dies, mehr als die Hälfte der interessierten Gymnasien kämen nicht zum Zuge. Entschieden würde dann nach pädagogischen Gesichtspunkten. Ein Kriterium ist die Vierzügigkeit, mithin die Größe der Schule. Ausnahmen sind allerdings erlaubt, denn in den Ausschreibungsunterlagen steht ausdrück­lich, die Schulen müssten „in der Regel“ vierzügig sein. Das Kultusministerium bestätigte die vom Städtetag genannten Zahlen nicht. Sie sollen offiziell erst nächste Woche veröffentlicht werden.

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© Stuttgarter Nachrichten
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